Aktuelles

Zum Jahrestag der Luftangriffe auf Dresden am 13. Februar 1945

 

Erinnern, um nicht zu wiederholen! - Plakataktion „Gruna mahnt zum Frieden!“

                                      Plakate am Zaun der Montessorischule Huckepack

Am heutigen Erinnerungstag kann pandemiebedingt weder das „Grunaer FriedensCafé“ im Gemeindehaus Bodenbacher Straße stattfinden noch ist es möglich mit Zeitzeugen des Krieges und der nationalsozialistischen Diktatur im öffentlichen Raum ins Gespräch zu kommen.

 

Dennoch ist ein öffentlicher Dialog möglich. So hat der Sigus e.V. die Plakataktion „Gruna mahnt zum Frieden!“ initiiert und 7 verschiedene Plakate im A3-Format entworfen. Unter dem Schriftzug

 

Heute erinnern die Partnerstädte Coventry und Dresden an ihre Zerstörung bei den Bombardierungen 1940 und 1945.

Gruna mahnt zum Frieden!

 

befinden sich drei Bilder: ein Foto der zerstörten Kathedrale von Coventry, der Abbildung vom Nagelkreuz als Versöhnungssymbol und je ein Foto aus dem zerstörten Gruna 1945 aus privaten Fotos aufgerufener Nachbarn. Die Plakate konnten selbst ausdruckt oder fertig abholt werden und wurden heute von Anwohnern und Institutionen in Schaufenstern, Fenstern und im Stadtraum angebracht.

 

Über den Aufruf und dem Bezug zum eigenen Stadtteil kam es auch in diesem Jahr wieder zu anregenden Diskussionen und Gesprächen zur Erinnerung an das Geschehene und den Umgang mit der historischen Verantwortung in unserer Zeit.

 

 

 

 

 

Vergangenes

2020

 

Vom 12. August bis 6. September 2020 war die Ausstellung in der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein zu besichtigen.

Bei der Eröffnungsveranstaltung kamen über 40 Besucher mit den Ausstellungsmachern und Zeitzeugen ins Gespräch.

 

Zur Veranstaltungsseite.

 

Weitere Ausstellungsorte fand die Ausstellung in der Dresdner Altstadt. Sie wurde nach einem neuen Konzept gezeigt, an den Standorten waren jeweils 1-2 regelmäßig  wechselnde Ausstellungsdisplays zu sehen:

Die Standorte der Ausstellung:

  • Ev.-luth. Annenkirche, Nische Südseite, Annenstraße

  • Ev.-ref. „Kanonenhofkirche“, „Tonne“, Brühlscher Garten

  • Verbrauchergemeinschaft, Backwarenraum, Jahnstraße

Im Gedenkbus „Requiem für die Zukunft“, einem mobilen Projekt des offenen Zusammenschlusses Dresdner Kultureinrichtungen #WOD – Weltoffenes Dresden anlässlich des 75. Jahrestages der Kriegszerstörung Dresdens im Februar 1945, fand vor dem Kulturzentrum „Scheune“ ein Zeitzeugengespräch statt.

 

Der Zeitzeuge war in der Bombennacht vom 13. Februar 1945 zehn Monate alt und erlebte selbige als Kleinkind. Er erlebte die Nachkriegsjahre als Trümmerkind und erzählte vom Umgang seiner Großeltern mit der Ausbombung ihrer Wohnung auf der Kurfürstenstraße (jetzt Hoyerswerdaer Str.), von Versöhnungsarbeit und seinen Erinnerungen an Lothar Kreyssig (Richter und gleichzeitig Oppositioneller und Widerstandskämpfer im Dritten Reich, Gründer Aktion Sühnezeichen) sowie der Enttrümmerung des Diakonissenkrankenhauses durch die Junge Gemeinde mit einer Gruppe junger Engländer.

 

 

2019

 

Das „Grunaer Friedens-Cafè“ am 11. Februar 2019 im Kirchgemeindehaus in der Bodenbacher Straße unter dem Thema „Vom Großen Frieden und Friede im Kleinen“ erinnerte an den 13. Februar 1945 und beleuchtete zugleich Nachbarschaftsverhältnisse in unterschiedlichen Gesellschaftszusammenhängen.

 

In den nachfolgenden Dialogen gingen wir über die (historische) NS-Diktatur hinaus, indem etwa das Handeln im Rahmen der Wehrdienstverweigerung zu DDR-Zeiten oder bei Konflikten in der heutigen Altenpflege Thema wurde. Zugespitzt formuliert: 1939 riskierte man sein Leben, 1989 die Freiheit und 2019 Aufrichtigkeit und den Verstand - angesichts einer Überfülle an Informationen und scheinbarer Verhaltensoptionen?Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus lud die MehrGenerationen-Gruppe SONNENSUCHER zu einem Zeitzeugengespräch im Bürgertreff „Grunaer Aue“ ein, wo zugleich die beiden neuen Ausstellungsdisplays präsentiert und diskutiert wurden.Im Gemeindesaal der Nazarethkirche in Dresden-Seidnitz konnte die Ausstellung besucht werden, in deren Rahmenprogramm Diskussionen mit den Ausstellungsmachern und ein Dokumentarfilm über Dietrich Bonhoeffer zu erleben waren.

 

Des Weiteren wurde in der selben Gemeinde eine Einheit im Konfirmandenunterrichtgestaltet, die den Widerstand von Jugendlichen im Nationalsozialismus zum Thema hatte.

 

Auch die Filmgalerie Dresden e.V. zeigte die Ausstellung und einen Dokumentarfilm zu bürgerlichem Widerstand in der NS-Zeit – am Beispiel der „Roten Kapelle“. Das anschließende Gesprächsangebot nutzten die meisten Gäste.

 

2019 erprobten wir neue Gesprächsformate im Rahmen des Jahresthemas „1939 – 1989 – 2019. Schweigen oder Handeln an gesellschaftlichen Bruchstellen moderner Demokratien“ mit einer Veranstaltungsreihe unter der Überschrift „Die Enkel fechten‘s besser aus?“. Damit wurde die Perspektive auf die Wendeereignisse 1989 und die „Richtungswahlen“ 2019 erweitert.

 

Auf der Ich-, Du- und Wir-Ebene wurden Haltungen und Handlungen in diktatorischen Gesellschaftssystemen und die Verteidigung von Menschenrechten und demokratischen Freiheiten thematisiert. Neben Zeitzeugen des NS-Regimes in den Veranstaltungen in der Kanonenhofkirche und der Synagoge (Kooperation mit der Theatergruppe Seniora, dem Hatikva und der Jüdischen Gemeinde im Rahmen der Interkulturellen Tage) luden wir auch Zeitzeugen der Wendeereignisse der 1980er Jahre in den Dresdner Osten und die Äußere Neustadt ein. Der (historisch-gegenwärtige) Stadtteilrundgang lockte trotz Regens insgesamt ca. 20 Interessierte an, die sich auf lebendige Gespräche an einem heutigen Ort bürgerschaftlichen Engagements im Kulturzentrum „Scheune“ einließen.

 

 

2018

 

Das Friedenscafé fokussierte 2018 das Thema: „Wohnt jedem Friedensschluss der nächste Krieg inne? Oder: Wie können wir Frieden machen, ohne neue Gewalt zu provozieren? Ein ErzählCafé zum menschlichen Vermögen, Frieden zu schließen“

 

Die Ausstellung wurde um zwei Displays, zum kollektiven und individuellen Widerstand gegen das NS-Regime, erweitert.Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus zeigten wir in der Thomaskirche Dresden Gruna eine gemeinsame Ausstellung mit dem Jüdischen Frauenverein Dresden e.V..Vor diesem Hintergrund war am gleichen Ort mit Jugendlichen der Jungen Gemeinden Gruna-Seidnitz und Blasewitz ein mehrstündiger Workshop zu Widerstand und Verweigerung gegen das NS-Regime zu erleben. In der Waldorfschule Dresden wurde im Rahmen des Geschichtsunterrichts ein Workshop mit Zeitzeugen durchgeführt. Hier standen die Abschaffung von Bürgerrechten und Widerstand von Schülern und Jugendlichen im Mittelpunkt. In den Wochen vor dem Workshop war die Ausstellung im Schulhaus zu sehen. Mit dem Eigenbetrieb Heinrich-

Schütz-Konservatorium der LH Dresden wurde unter Mitwirkung des Dresdner Jugendsinfonieorchesters und seines Leiters Prof. Milko Kersten eine gemeinsame Veranstaltung konzipiert und durchgeführt: Beim Gesprächskonzert am 80. Jahrestag der Novemberpogrome von 1938 kam Musik als Kommunikationsmittel zum Tragen, neben Schülerkompositionen stand das Schaffen von Paul Aron im Mittelpunkt - ein bedeutender Dresdner Komponist neuer Musik, der auch aufgrund seiner jüdischen Abstammung bereits in der Weimarer Republik Angriffen der Nationalsozialisten ausgesetzt war. Nach seiner Flucht 1933 wäre es ihnen fast gelungen, Aron aus dem kollektiven Gedächtnis der Stadt zu tilgen. Schüler und Zeitzeugen lasen aus Erinnerungen an die Zeit des Holocaust. Auch zu dieser Veranstaltung gab es offene Gesprächstische mit Zeitzeugen, die Ausstellung stand mehrere Wochen in der Aula des Konservatoriums.Schülerkompositionen, aufgeführte Werke von Paul Aron sowie gelesene Passagen aus Büchern und Erinnerungen wurden auf einer Audio-CD veröffentlicht.

 

2017

 

.... war das Friedenscafé übertitelt „Ich mache meinen Frieden – oder: Frieden ist nicht das Gegenteil von Krieg. ErzählCafé zum Verständnis von Frieden in unserem Alltag heute“Zum Internationalen Tag der Toleranz 2017 beteiligten wir uns mit dem Workshop „Von Leipziger Meuten, Jazz und anderen Formen des Widerstands gegen das NS-Regime“ im Hans-Erlwein-Gymnasium. Dieser thematisierte insbesondere Verweigerung und Widerstand unangepasster Jugendlicher.Die konzipierte Ausstellung wurde verwirklicht und bestand zunächst aus 9 mobilen Roll-Ups, die einzelne Themenstränge beleuchten und variabel aufgebaut werden können. Zusätzlich bauten wir im Gehäuse eines Volksempfängers eine Audiostation, welche mit Audiomaterial bespielbar ist und so thematisch variabel die Ausstellung ergänzt.Gleichzeitig wurden Flyer und die Website zur Ausstellung entwickelt und veröffentlicht.

 

Die Ausstellung war bereits 2017 an mehreren Gesprächsorten zu sehen, so z.B. im Programmkino Ost, bei der Seniorenkonferenz der Landeshauptstadt Dresden, im Hans-Erlwein-Gymnasium und bei den Grunaer Nachbarschaftstagen. Im gleichen Jahr erschien auch eine Audio-CD mit Ausschnitten aus Audioprotokollen des „GenerationenTisch“ 2015 und eingelesenen thematisch passenden Passagen aus Lebensbüchern, die in gemeinsamer Biografiearbeit entstanden.

 

 

2016

 

.... erschien die 100-seitige Broschüre „Wie konnte es so weit kommen? - Versuch eine Anklage in eine Frage zu wandeln“, in welcher neben Zeitzeugen-Erinnerungen auch Ergebnisse des „GenerationenTisch“ dokumentiert wurden.

 

Das Grunaer Friedenscafé widmete sich 2016 dem Thema: „Flucht aus der brennenden Stadt. - Vom Versuch, nach dem Feuersturm 1945 zu überleben.“Zum Internationalen Tag der Toleranz 2016 am Hans-Erlwein-Gymnasium (Thema „Grenzen erfahren“) führten wir 2 Workshops mit Zeitzeugen und Schülern durch:- „Grenzen erfahren in der „Stunde null“ gesellschaftlicher Umbrüche“. - „Geschichte im Dialog der Generationen: Wie konnte es soweit kommen? – Wie Grenzüberschreitungen in die Katastrophe führen“- SchülerInnen im Dialog mit Zeitzeugen aus Dresden-Gruna. Ebenfalls begannen 2016 - unter Berücksichtigung der beim „GenerationenTisch“ entwickelten neuen Fragestellungen - die Konzeption und Recherchen für eine begleitende Ausstellung zur Erweiterung der Gesprächsangebote

 

 

 

2015

 

Ausgehend von der Überzeugung, Jüngere können Älteren helfen, einen schwierigen Teil ihrer Lebensgeschichte zu bearbeiten und dadurch selbst sensibler für aktuelle Gefährdungen unserer demokratischen Kultur werden, entwickelten wir die Methodik „Dresdner GenerationenTisch“, die Angehörigen verschiedener Generationen einen gleichrangigen und wertschätzenden Austausch ermöglicht.2015 wurde in der Dresdner Synagoge beim „Dresdner GenerationenTisch“ ein mehrstufiger 4-Generationen-Dialog verwirklicht, an dem über 20 Interessierte, geboren zwischen 1922 und 2000, teilnahmen.Im gleichen Jahr startete das Friedenscafé, ein thematisches ErzählCafé

in Kooperation mit der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Dresden Gruna-Seidnitz, Zum Thema: Die Wunden sind heute noch sichtbar – und spürbar. ErzählCafé zu unserem Umgang mit der Zerstörung Grunas vor 70 Jahren und zu den Möglichkeiten einer demokratischen Versöhnungsarbeit. Seitdem wird es einmal jährlich durchgeführt.

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